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Weltwoche, Ausgabe 18/09
Rosarote Brille
Die Talentmanagerin Sandra Maligec, 29, und der Servicemanager Soeren Suter, 31, heiraten im August. Sie haben das perfekte Glück gefunden.
Sandra: Seit meine Single-Freundinnen wissen, dass ich heiraten werde, fragen einige: «Wie weisst du eigentlich, dass er der Richtige ist?» Ich antworte: «Weil ich mir diese Frage bei Soeren nie stellen musste – es stimmt einfach.»
Soeren: Sandra ist meine Geliebte, meine beste Freundin, mein Lebensmensch, meine Seelenverwandte und darum auch bald meine Frau. Ich hätte nicht gedacht, dass es eine so grosse Liebe, das perfekte Glück tatsächlich gibt. Vom Moment, da ich sie das erste Mal am Telefon hatte – worauf aus einer geschäftlichen Anfrage
ein stündiges Gespräch wurde –, bis zu meinem Heiratsantrag im vergangenen Sommer verging ein knappes Jahr.
Sandra: Wir sind noch immer sehr verliebt und somit zu allen Schandtaten bereit. Gleichzeitig ist es eine tiefe Beziehung. Soeren holt die besten Eigenschaften aus mir heraus und akzeptiert andererseits meine Schwächen, und umgekehrt ist es genauso. Es funktioniert auch so gut, weil keiner den anderen dominieren
will, was bei ähnlich starken Persönlichkeiten schnell in Machtspielen enden kann. Das ist dann oft der Anfang vom Ende.
Soeren: Als ich Sandra kennenlernte, wusste ich, was beziehungsmässig nicht mehr in Frage kommt: Konkurrenzdenken, eingefahrene Denkmuster und eine lahme Sexualität. Ich brauche eine facettenreiche Frau, mit der ich mich weiterentwickeln kann, mit der in vielerlei
Hinsicht ein Wandel möglich ist und die mich genauso will wie ich sie. Sex ist wichtig. Für mich ist jede romantische Liebe eine leidenschaftliche
Liebe. Es geht ja nicht nur darum, dass man den Körper des andern begehrt. Man muss auch sein Wesen attraktiv finden und sich dafür interessieren.
Sandra: Es gibt Paare, die können eine Stunde nebeneinandersitzen, ohne sich zu küssen oder zu umarmen. In dieser Hinsicht sind wir ein wenig extrem. Meinst du, das ändert sich mit den Jahren?
Soeren: Hoffentlich nicht.
Sandra: Obwohl die rosarote Brille noch auf unseren Nasen sitzt, sehen wir das Wesentliche
klar: Wir sind beide leistungsorientiert und ehrgeizig. Aber die Priorität liegt eindeutig
bei unserer Liebe. Das ist keine intellektuelle Entscheidung. Wir sind nur ungern getrennt.
Wir vermissen einander schnell. Dafür müssen wir nicht eine Woche getrennt sein. Wir reden von Stunden.
Soeren: Am Morgen fahren wir gemeinsam zur Arbeit, am Abend gemeinsam nach Hause. Dazwischen telefonieren wir fünfmal. Was sie denkt, welche Sorgen sie hat, wie sie den Tag verbrachte: Das interessiert mich einfach. Die achtzig Beziehungsfragen, die uns der freie Theologe als Vorbereitung für die Trauung gab, waren im Nu beantwortet.
Sandra: Über fast alles hatten wir bereits gesprochen,
und unterschiedliche Ansichten gab es eigentlich nur bei der Frage, wie man sich beerdigen lassen will.
Soeren: Ich sagte, ich wolle mich kremieren lassen. Sandra sagte, sie möchte eine Erdbestattung.
Wenn es einmal so weit sein sollte, will ich mit ihr zusammen im Grab liegen. Also bin ich jetzt auch für eine Erdbestattung.
Sandra: Soeren hielt – so richtig traditionell – bei meinem Vater um meine Hand an. Papa antwortet
ganz emanzipiert: «Von mir hast du ein klares Ja, aber frag auch noch Sandras Mutter.
» Mein Mami ist selten sprachlos, nun war sie es vor Freude.
Soeren: Wenig später liess ich Sandra ein Schmuckkästchen per Velokurier zukommen.
Sandra: Ich war total aufgeregt. Aber das Kästchen war bis auf ein Zettelchen leer. Darauf stand: «Der Rest kommt am Abend.» Zu Hause tat er, wie wenn nichts wäre. Er spannte mich auf die Folter. Erst Stunden später kniete er nieder und fragte: «Willst du mich heiraten und dein ganzes Leben mit mir verbringen?» Dann steckte er mir einen wunderschönen Ring an den Finger, den ich seither immer trage.
Die Vorbereitungen zum Fest sind jetzt in vollem Gang. Es soll romantisch, aber nicht kitschig werden. Eine erfahrene Wedding-Planerin sorgt für einen reibungslosen Ablauf.
Aufgezeichnet von Franziska K. Müller.
Heiratsplanung: www.yourperfectday.ch
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